Ein kompletter, sportlicher Neuanfang

Im weiblichen Bereich des VC 97 Staßfurt gab es einen großem Umbruch. Mit Robert Stinner kam ein alter Bekannter zurück.
Quelle (Staßfurter Volksstimme vo 25.07.2018)

Etwas überrascht blickte Robert Stinner auf sein klingelndes Handy, auf dem Bildschirm war der Name eines alten Bekannten zu lesen. Michael Frost aus dem Vorstand des VC 97 Staßfurt meldete sich beim 27-Jährigen, der in der Saison 2015/16 schon einmal die erste Frauenmannschaft der Staßfurter trainiert hatte. Nun wollte Frost den aktuell noch beim VV Kleinpaschleben spielenden Herzblut-Volleyballer wieder ins 97-Boot holen. „Er hat bei uns gelernt und eine langjährige Verbindung zum Verein“, begründete Frost sein Interesse. Nachdem sich beide zusammensetzten, gab es aber dennoch leichte Bedenken bei Stinner.

Denn die damalige Trennung lief nicht so optimal. Bereits mit 14 Jahren fing Stinner im Verein an, war ein ganzes Jahrzehnt als Jugend- und Herrenspieler aktiv. Schon damals aus der Situation heraus, „wir hatten nicht wirklich viele Trainer und Betreuer“, übernahm er dann auch einen Trainerposten bei den Frauen. In der Landesoberliga schnitt er mit dem dritten Rang sehr gut ab. Und dennoch folgte nach einem Jahr die Trennung. „Der Verein wollte auf ältere Hasen setzen“, so Stinner. Mit Dirk Schambier und Gerald Wolter kamen Übungsleiter „mit einer ganz anderen Trainingsphilosophie“, so Stinner. „Ich habe dann das Feld geräumt.“

Doch nachdem Wolter schon aufgehört hatte, trennte sich der VC 97 in der vergangenen Saison auch von Schambier. Was einen kleinen Scherbenhaufen im weiblichen Bereich hinterließ. Frost übernahm interimsweise fast alle Ämter, zahlreiche Betreuer griffen ihm unter die Arme. Doch für die Saison 2018/19 sollte eine neue Lösung her. Und so suchte Frost das Gespräch mit Stinner. „Wir haben uns dann geeinigt, es nochmal zu versuchen. Wir lassen die Vergangenheit Vergangenheit sein und blicken nach vorn“, gibt sich Stinner optimistisch. „Ich will dem Verein in den schwierigen Zeiten helfen“, so der Mann, der seine Herkunft nie vergessen hat. „Ich habe hunderte Stunden in der Staßfurter Halle verbracht und dem Verein sehr viel zu verdanken.“

Deshalb hörte der 27-Jährige nochmal „in sich hinein“ und gab die Zusage. Seine Hauptaufgabe wird im Nachwuchsbereich liegen, als Abteilungsleiter des weiblichen Bereichs wird Stinner aber alle drei Teams im Blick haben. Und hat es auch schon. Denn mittlerweile ist er schon seit April dabei. Drei Monate Training liegen hinter ihm und den neuen Trainern im Verein.

Und dabei musste vieles umstrukturiert werden. „Wir haben bereits einiges an Vorarbeit geleistet und entschieden, welche Trainer welche Mannschaften übernehmen“, verriet Stinner. Der VC 97 geht zwar weiterhin mit drei weiblichen Teams in die Saison, es wird aber keine Mannschaft mehr in der Oberliga geben. Weil es „den einen oder anderen Abgang“ bei der Ersten gab und damit Schlüsselspielerinnen und Erfahrung fehlen, musste das Team mit jüngeren Spielerinnnen aufgefüllt werden. „Für sie würde die Oberliga noch zu früh kommen. Wenn sie nur vor den Bug bekommen, ist das auch nicht zielführend, sie sollen ja Spaß am Volleyball haben“, macht Stinner klar. Deshalb startet das künftig von Jörg Döring und Torsten Multischewski trainierte Team in der Landesliga. „Wir wollen perspektivisch wieder ein Team für die Oberliga formen“, sagt Stinner. Die jungen Spielerinnen sollen dabei von der Erfahrung von Sylke Pillich oder Claudia Sämisch, die als „Kern der Mannschaft“ weiterhin erhalten bleiben, profitieren.

Zweite Mannschaft verzichtet auf Aufstieg
Die beiden anderen Mannschaften werden weiterhin fast ausschließlich aus Jugendspielerinnen bestehen und beide in der Landesklasse an den Start gehen. Die Zweite verzichtet damit nach der guten vergangenen Saison sogar auf ihr Startrecht in der Landesliga. Künftig wird das Team aus U 20- und U 18-Spielerinnen bestehen und von Thomas Vetter und Andreas Moye gecoacht. Steffen Osterland und eben Stinner leiten die Geschicke in der dritten Mannschaft, die größtenteils aus U 16-Spielerinnen besteht.

Damit gibt es ein Betreuerteam von gleich sechs Männern, deren Vorgeschichten verschieden sind, die aber eines verbindet: ihre Leidenschaft zum Volleyball. „Ich denke, wir haben da eine sehr gute Lösung gefunden“, ist sich auch Frost sicher. Er kann in den kommenden Wochen mal wieder durchatmen und sich als Coach der Männer nur noch auf diesen Bereich konzentrieren.

Bei den Frauen ist das nach „den ganzen Turbulenzen“ zweifelsohne ein kompletter sportlicher Neuanfang. Und Stinner ist das Gesicht des großen Umbruchs. Nach „zwei Jahren auf Abwegen“, Stinner will jedoch weiterhin nebenbei für Kleinpaschleben spielen, ist er zurück. Und er steht für Akribie. Während das Training in den Sommerferien aktuell ruht, bereitet Stinner Trainingsblöcke vor, plant Trainingslager und leitet alles in die Wege. Er kann es kaum abwarten, bis die Ferien vorbei sind und Training und Saison losgehen. Und dann? Soll beim VC 97 wieder Ruhe einkehren. Es soll wieder vernünftig gearbeitet werden. Und der Spaß soll wieder im Vordergrund stehen. Un dafür ist der Verein auf dem richtigen Weg.

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