Krise bietet neue Möglichkeiten

Volleyball VC 97 Staßfurt ist finanziell gut aufgestellt
(Quelle: Staßfurter Voksstimme vom 30.04.2020)

Am härtesten getroffen hat die Aussetzung des Spielbetriebes die Landesliga- Damen der Bodestädterinnen. Zumindest könnte man das meinen, wenn man den Verlauf der Spielzeit vor dem vorzeitigen Saisonende betrachtet. Ende Februar spielte sich die Mannschaft von Trainer Jörg Döring bereits zum dritten Mal in Folge in das Finale des VVSA-Landespokals. Gleichzeitig dominierte man auch die Landesliga in überzeugender Manier. Nach 14 absolvierten Partien lagen die Staßfurterinnen bei 40 Punkten und damit elf vor dem ersten Verfolger SV Schwarz-Weiß Badeborn auf Rang zwei.

Doch Michael Frost aus dem Vorstand des VC 97 legt Wert darauf, die Situation ins rechte Licht zu rücken. „Natürlich ist es ärgerlich, dass wir das Endspiel nicht austragen können. Das wäre sicher nochmal ein Highlight zum Abschluss der Saison gewesen. Gerade weil es zuletzt Überlegungen gab, das Endspiel zu Hause in Staßfurt auszutragen. Doch diese Gedankenspiele sind nun endgültig ad acta gelegt worden und die Saison beendet. Positiv ist, dass wir dennoch für den Verbandspokal im kommenden Jahr qualifiziert sind, auch wenn wir das Finale nun gar nicht gespielt haben.“ Auch was den Tabellenplatz in der Landesliga angeht, sind die Bodestädterinnen Profi - teure des Abbruchs. Platz eins würde im Zweifel sogar zum Aufstieg berechtigen, doch Frost geht von einem Verbleib der ersten Damenmannschaft in der Landesliga aus. „Natürlich war es eine erfolgreiche Saison, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mannschaft sagt, Wir spielen nächstes Jahr in der Landesoberliga‘. Doch wer weiß, was passiert, bis die Corona-Krise überstanden ist.“ Verein finanziell stabil, Zukunft ungewiss Doch wie es weitergeht, ist aktuell nichts mehr als Kaffeesatzleserei.

Die Sporthallen sind weiterhin geschlossen, ein Training kaum möglich. „Auch bei den Spielerinnen oder Spielern zu Hause kann und darf kein Training stattfinden. Das widerspräche nicht nur allen behördlichen Vorgaben, sondern ist auch aus platztechnischen Gründen gar nicht möglich.“ Er selbst war und ist bereits als Trainer tätig gewesen und hat deshalb Erfahrungen mit Zeiten, in denen nicht trainiert werden konnte, „doch über einen so langen Zeitraum war das natürlich nicht“, so Frost. „Ich selbst habe es dann immer so gehandhabt, dass die Spieler sich mit Athletiktraining fithalten müssen. Das gehört bei Sportlern ohnehin dazu, wenn man auf hohem Niveau Sport treiben will.“ „Die Situation zerrt schon sehr an den Nerven. Man vermisst es, gemeinsam mit den Mitspielern auf dem Feld zu stehen.“ Doch das Einzeltraining ersetzt nicht das gemeinsame Spiel mit den Mannschaftskollegen. „Die Situation zerrt sehr an den Nerven“, gibt Frost zu, der auf ein baldiges Ende der Unterbrechung hoff t. Ein Problem, welches viele andere Vereine trifft, sind die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise. Während andere Verantwortliche bereits jetzt um die Existenz ihres Sportvereines zittern, sieht Frost den VC 97 solide aufgestellt. „Unsere Rücklagen reichen natürlich nicht ewig, aber ich hoff e natürlich auch, dass sich die aktuelle Situation nicht mehr allzu lange hinzieht. Aktuell sind wir dennoch dabei, die finanziellen Auswirkungen auf den Verein zu prüfen und wollen dazu unter anderem die Mitglieder befragen, welche Meinung sie bezüglich des Mitgliederbeitrages vertreten. Dabei stehen von der kompletten Zahlung des Beitrages bis hin zur Aussetzung der Zahlung viele Möglichkeiten im Raum“, erklärt Frost. „Wir schweben aktuell nicht in Existenzgefahr, überprüfen aber, welche finanziellen Auswirkungen die Corona-Krise auf den Verein hat.“ Darüber hinaus behält der Verein aber auch die Entwicklung seiner Sponsoren im Blick. Viele Firmen sind von der Corona-Pandemie noch deutlich schwerer betroffen, als die Sportvereine. Ob sich das auf die Unterstützung der Sponsoren auswirkt, wenn die Krise überwunden ist, muss sich erst noch zeigen. Frost und seine Vorstandskollegen befinden sich dazu im regen Austausch. „Wir schweben jedoch aktuell nicht in Existenzgefahr, so viel kann ich sagen“, so Frost.

Abseits der wirtschaftlichen Aspekte richtet der VC 97 Staßfurt den Blick aber auch auf die sportliche Zukunft. Die Meldefrist im Erwachsenenbereich endet bereits im Mai, obwohl zu diesem Zeitpunkt kaum abzusehen ist, wie und wann es weitergehen kann. Es ist ein Schuss ins Blau, bei dem sich jedoch eine Tendenz abzeichnet. Während die Frauenmannschaft voraussichtlich mit zwei Teams erneut in der Landesliga meldet, debattiert man beim Männerteam noch, wohin die Reise in der kommenden Spielzeit gehen soll. „Es ist noch nicht klar, ob die erste Männermannschaft auf Landesebene antreten wird, oder – wie in diesem Jahr – in der Salzlandliga. Beides ist möglich.“ Arbeit im Nachwuchs wird fortgesetzt. Anders gestaltet sich die Lage im Nachwuchsbereich des Vereines. Hier ist die Meldefrist erst im September, da die Spielzeit regulär im Oktober beginnt. Torsten Multischewski wird in den unteren Altersklassen seine Arbeit fortsetzen, wobei die jüngsten Volleyballer aus dem Jahrgang 2010/2011 kommen. „In den unteren Altersklassen werden wir wieder drei oder vier Mannschaften haben, die am Spielbetrieb teilnehmen.“ Schwieriger wird es bei den älteren Mannschaften. „Gerade bei der U 20-Mannschaft sind einige Spielerinnen mit der Schule und dem Abitur fertig geworden, sodass es sicher zu Abgängen auf Grund von Wohnortwechseln kommen wird“, gibt Frost zu bedenken, der aber dennoch davon ausgeht, erneut ein schlagfertiges U 20-Team an den Start zu bringen. Dass es zwischen den jüngeren und älteren Nachwuchsteams eine Lücke ohne Staßfurter Nachwuchs gibt, ist den Verantwortlichen beim VC 97 bewusst. „Torsten und unsere anderen Nachwuchstrainer arbeiten daran, diese Lücke in den kommenden Jahren zu schließen. Doch das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, das ist uns natürlich allen klar“, so Frost zuversichtlich. „Torsten Multischewski und unsere anderen Trainer kümmern sich darum, dass die Lücke bei den Juniorenteams zwischen den älteren und jüngeren Nachwuchsmannschaften in den kommenden Jahren geschlossen wird.“ Der Blick nach vorn ist bei den Staßfurtern also ein durchaus positiver. Die Teilnahme am Verbandspokal für das Frauenteam – wenn auch ohne famosen Sieg im Pokalendspiel – sowie der finanziell gut aufgestellte Verein sind Tatsachen, auf die die Bodestädter stolz sein können. Mit sehr viel Selbstbewusstsein können die Staßfurter Sportler somit in die kommenden Aufgaben gehen.

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